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Dienstag, 16. April 2019

Zeit vor Ostern: Männer erleben jüdische Feier

Der Tisch ist gerichtet, das Mahl kann beginnen.

"Tankstelle Glauben": Unterwegs zu Wurzeln des Christentums

Einen besonderen Abend verbrachten zwölf Männer in der Reihe der Veranstaltungsangebote von „Tankstelle Glauben“. Vierteljährlich gibt es dazu in der Pfarrei Germersheim einen Termin, eben nur für Männer. Im März stand das Kennenlernen des jüdischen Pascha-Mahles (auch Pesach genannt) im Programm. Die Feier fand übrigens im Lingenfelder protestantischen Gemeindezentrum statt.

Pastoralreferent Thomas Bauer lud dazu ein, diesen jahrtausendealten jüdischen Ritus mit Ehrfurcht und Respekt kennenzulernen. Es handelt sich um eine besondere Familienfeier, die nach bestimmten Regeln, mit einem vorgegebenen Ablauf funktioniert. Vieles darin erinnert Christen an einen christlichen Gottesdienst. Jedoch: Vielmehr ist es umgekehrt – unsere Gottesdienste bauen auf jüdischen Traditionen auf. Eben auch auf Gebeten und Texten der Pesach-Feier, die – so berichten alle vier Evangelien – auch von dem Juden Jesus kurz vor seinem Tod begangen wurde. Die Juden erinnern sich bis heute mit Pascha an den Auszug aus Ägypten, wie er im Alten Testament, Buch Exodus, geschildert wird. Die Schriftlesung des Auszugs aus Ägypten ist ein Herzstück des christlichen Gottesdienstes in der Osternacht. Auch hier wird die enge Beziehung von Christen zu den „älteren Geschwistern“, den Juden, deutlich.

Nach einem einführenden und erklärenden Teil gingen die Männer selbst ans Werk, sprich in die Küche, um gemeinsam die Speisen des Mahles vorzubereiten. Neben Salzwasser kommen gekochte Eier, ungesäuertes Fladenbrot und Matzen, bittere und grüne Kräuter, ein Fruchtmus sowie Lammbraten auf den Tisch. Serviert wird dazu Rotwein.

Getränk, Speisen und Speisenabfolge haben symbolische Bedeutungen. So etwa das Fruchtmus: In seiner braunen Farbe erinnert die Süßspeise an Ziegelbrei: Das Volk Isarel musste als Sklaven in Ägypten Ziegel herstellen zum Bau von Gebäuden. Oder die verschiedenen Becher mit Wein – der letzte etwa ist der „Becher des Segens“, er muss beim Einschenken überfließen, weil auch Gottes Segen überfließend geschenkt wird. Alle am Tisch trinken daraus, so wird die besondere Festgemeinschaft und Zugehörigkeit deutlich.

Die Feier am schön gedeckten Tisch im Gemeindezentrum wurde von einem „Hausvater“, gewissermaßen dem Ältesten, geleitet. Er spricht die Gebete, leitet die Abfolge des Ritus. Während der Jüngste am Tisch die traditionellen Fragen stellt: „Warum feiern wir Pesach? Was ist das besondere in dieser Nacht?“ Daraufhin wird als Antwort die Geschichte des Exodus vorgetragen. Auch Lieder gehören zu dem Mahl, das – ohne die Vorbereitungen – fast zwei Stunden dauerte.

Die Anwesenden waren beeindruckt vom Ritus und seinem würdevollen Ablauf, und auch von der spürbaren Nähe des Christentums zum Judentum. Einer der nächsten Termine der Reihe „Tankstelle Glauben. Angebote für Männer“ ist im September ein Besuch in der Synagoge in Speyer. Auch in diesem jüdischen Gotteshaus zeigen sich manche Gemeinsamkeiten zum Christentum.

Nähere Infos gibt es hier.

 

Eine Bildergalerie findet sich hier.

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