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In dieser Übersicht finden Sie alle Gemeinden / Ortschaften die zur Pfarrei Seliger Paul Josef Nardini in Germersheim gehören.

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Sondernheim

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St. Johannes der Täufer Sondernheim

Kirche St. Johannes der Täufer, Sondernheim

Von der Kapelle zur Kirche

Im Jahr 1426 wurde durch den Prior des Servitenklosters zu Gemersheim die Erlaubnis zum Bau einer eigenen Kapelle zu Ehren des Hl. Johannes Baptista erteilt.

Bis dahin mussten die Sondernheimer immer zur Ausübung ihrer christlichen Pflichten und zum Besuch des Gottesdienstes nach Germersheim „pilgern“.

Diese Kapelle wurde aber zu Beginn des 30-jährigen Krieges (1618-1648) beschädigt und war -auf Grund des schlechten Zustandes- nicht mehr nutzbar.

Die Sondernheimer mussten deshalb erneut in Germersheim zur Kirche gehen.

Im Jahre 1727 wurde dem Drängen des damaligen Schultheiß (Bürgermeister) nachgegeben und eine Kirche gebaut, die seelsorgerisch von den Franziskanern in Germersheim betreut wurde.

Doch durch das rasche Wachsen der Bevölkerung wurde die Kirche bald zu klein.

1781 wurde sie wesentlich erweitert, wobei der zu diesem Zeitpunkt nicht mehr benutzte Kirchhof (Friedhof) der Erweiterung zum Opfer fiel.

Ein weiterer Teil dieses alten Friedhofes wurde bereits im Jahre 1837 für den Bau des Katholischen Schulhauses an der Kirchstraße benötigt.

Mitte des 19. Jahrhunderts wohnten in Sondernheim bereits 700 Katholiken.

Die Bestrebungen, eine eigene Pfarrei zu sein und eine größere Kirche zu erhalten wurden immer drängender und zielstrebiger und begannen bereits  im Jahre 1819. Doch durch die hohen Kosten wurde erst am 11. Sept. 1847 ein Kostenvoranschlag über den Neubau einer katholischen Kirche vorgelegt.

Der königliche Kreisbaumeister Taner wurde beauftragt, den Zustand der Kirche aus dem Jahr 1727 zu untersuchen. In seinem Gutachten vom 04. März 1863 stellte er fest, dass Chor und Sakristei, außen mit Strebepfeilern und innen mit schönen Kreuzgewölben versehen, aus dem späten Mittelalter stammten und noch gut erhalten sind. Der achteckige Turm jedoch bestand aus Holz und das Dach war aufgrund von Witterungseinflüssen sehr angegriffen.

Auf Grund des genannten Gutachtens, empfahl der damalige Kirchenvorsteher an Stelle einer kostspieligen Reparatur der viel zu kleinen Kirche eine neue größere Kirche zu bauen.

Die politische Gemeinde schloss sich den Empfehlungen an und übernahm die Baulast zur Errichtung einer neuen katholischen Kirche.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 22. Juli 1867  und im Oktober 1868 fand der erste Gottesdienst statt. Die Kirche wurde nach den Plänen des Bauassistenten Ott und des Ingenieurs Feil aus Germersheim, unter Leitung des Distriktbauschaffners Knorr vom Bischöflichen Bauamt in Speyer, errichtet.

Die Kirche ist ein neugotischer Bau mit Frontturm. Der Chor hat ein Kreuzgewölbe. Der Kreuzweg wurde erst in der Amtszeit des Pfarrers Michael Bamberger, die von 1874 – 1903 andauerte, angeschafft.

 

Blick von der Empore in den 2006 neu gestalteten Kircheninnenraum

Renovierung 2006

Die letzte große Renovierung wurde 2006 abgeschlossen. Dabei wurde, neben anderen Maßnahmen, ein weiterer Vorraum nach dem Portal eingebaut. Als Mittelpunkt hat die Kirche einen neuen Altar erhalten von dem aus die Messe zelebriert wird. Er wurde in Richtung Kirchenschiff gerückt, um inmitten der Gemeinde zu sein und sich auch vom Hochaltar abzuheben. Er ist bewusst klein gehalten und aus italienischem Marmor gefertigt. Der Altar zeigt in der Vorderansicht ein Lamm, das „Lamm Gottes“, und auf der dem Chor zugewandten Seite Weintrauben und Ähren als Verbindungssymbol zur Eucharistiefeier.

Der Ambo (Lesepult im Altarraum) ist aus dem gleichen Material hergestellt und wurde nun an die Linie, auf der sich das Schiff und Chor verbindet, herangerückt. Er trennt nun nicht mehr sondern verbindet. Die Wand hinter bzw. über dem Hochaltar erhielt eine moderne maltechnische Aufwertung, um die zu geringe Höhe des Hochaltars optisch auszugleichen.

In der gesamten Kirche wurde ein neuer Fußboden aus Sandsteinplatten in Trockenbauweise verlegt. Während die Außentür unter dem Tympanon (Rundbogen über der Eingangstür) bleibt, wurden die Türen zwischen Portal und neuem Vorraum und diese vom Seiteneingang erneuert. Im Tympanon wurde das vorhandene Bild des Kirchenpatrons „St. Johannes der Täufer“ erneuert.

Hochaltar

Der von Ferdinand Hachenberg aus Mülheim/Ruhr geschnitzte Altar ist ein Meisterwerk.

Er musste jedoch, weil er lange in einem Schuppen gelagert war, vom Kirchenmaler Xaver Strasser aus Schweighofen in mühevoller Kleinarbeit restauriert und in seiner originalen Gestalt wieder hergestellt werden, was dem Künstler auch hervorragend gelang. Die Kirche hat nun wieder viele Ornamente, Blumen und Türmchen.

Reliquien

Bei der Altarweihe am 12. November 2006 wurde zusätzlich zu den bereits vorhandenen Reliquien noch eine Reliquie des Seligen Paul Josef Nardini eingelassen. Der in Germersheim am 21. Juli 1821 geborene Paul Josef Nardini war Priester und Ordensgründer, setzte sich für die Armen und Unterdrückten ein und gründete in Pirmasens die Schwesterngemeinschaft der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie (Mallersdorfer Schwestern). Er verstarb viel zu früh im Alter von 41 Jahren am 27. Januar 1862 in Pirmasens. Beim festlichen Pontifikalamt am 22. Oktober 2006 wurde er im Dom zu Speyer selig gesprochen.

Über die bisher im Altar eingemauerten Reliquien der Hl. Jucunda und des Hl. Jucundus weiß man relativ wenig. Das Heiligenlexikon aus dem Jahre 1975 nennt drei Frauen namens Jucunda (die Glückliche) als Märtyrerinnen und neun Männer mit dem Namen Jucundus (der Glückliche) als Märtyrer. Es ist nicht bekundet von welcher Heiligen bzw. von welchem Heiligen die Reliquien stammen.

Die Kirche St. Johannes der Täufer -neugotischer Bau mit Frontturm

Die Glocken der Pfarrkirche

Im Juni 1868 wurden zwei Glocken von der Fa. Hamm aus Frankenthal und eine Glocke von der Fa. Schuler aus Zweibrücken geliefert. Es waren die „St. Johann Baptist“ sowie vermutlich die „Marienglocke“ und die „Josefsglocke“. Die beiden letztgenannten Glocken wurden im Jahre 1917 für Kriegszwecke beschlagnahmt und eingeschmolzen.

Die große Glocke „St. Johann Baptist“ wurde schon 1917 wegen ihrer Klangschönheit als hochwertig eingestuft und durfte auf dem Turm bleiben.

Im November 1922 erhielt die Pfarrkirche 2 neue Glocken der Tonstufen a´ und c´ (Gewicht 410 und 240 kg) von der Fa. Gebrüder Bachert aus Karlsruhe. Diese erhielten die Namen „St. Maria“ und St. Josef“ und wurden am 19. Nov. 1922 geweiht.

Die Glocke „St. Maria“ fiel dem 2. Weltkrieg zum Opfer. Die Glocke „St. Johann Baptist“ wurde ebenfalls vom Turm geholt und nach Hamburg geliefert. Dort überlebte sie den Krieg, wurde 1948 wieder zurückgeholt und auf den Turm gebracht.

Im Jahr 1948 war es ein Herzensanliegen des damaligen Pfarrer Gröschel das Geläute zu ergänzen. Am Samstag, den 2. Dez. 1950 war es dann soweit. Die neue Glocke mit dem

Namen „Ave Maria“ wurde unter dem Jubel der Bevölkerung aufgehängt und geweiht.

Die vorhandenen drei Glocken sind noch im Original erhalten und wurden niemals nachgebessert. Sie haben deshalb einen sehr hohen Denkmalwert.

Die Glockenstube dürfte genügend Platz für eine vierte Glocke bieten.

Die Glocken wurden am 14. Sept. 1989 von einem Glockensachverständigen untersucht und geprüft. „Ein historisch äußerst wertvolles Geläute, musikalisch ordentlich, aber läutetechnisch verbesserungswürdig, auch bezüglich der Glockenakustik“ lautete sein Bericht.

Bis zum Einbau eines elektrischen Läutewerkes im Jahr 1925, das 1958 durch eine moderne Läutewerkautomatik einer Herforder Elektrofirma ersetzt wurde, erklangen die Glocken durch handbetriebenen Seilzug.

Die Läuteanlage für die Glocken wurde 2006 im Rahmen der großen Renovierung erneuert.

Die Orgel

Der Speyerer Orgelbauer Gustav Schlimbach baute im Jahr 1868 in die fertiggestellte Kirche

eine Orgel mit 12 klingenden Register auf einem Manual und Pedal ein. Im Laufe der Zeit wurden einige Veränderungen vorgenommen und im Jahre 1923 generalüberholt.

Im Zuge der ersten Kirchenrenovierung 1962 - 1964 wurde die Orgel abgebaut und gelagert.

Beim Wiederaufbau wurde das alte Gehäuse durch ein neues ersetzt. Spieltechnisch war die alte Orgel überholt, sie besaß sieben Register zu wenig und war, gemessen an der Größe der Kirche, zu klein.

Im Jahre 1980 wurde die Orgel erneut ausgebaut und durch den Orgelbaumeister Gerhard Kuhn aus Esthal eine neue, zweimanualige Schleifladenorgel - nach einer Disposition von Domorganist Leo Krämer - eingebaut. Die Orgel ist nach dem klassischen Schema Hauptwerk, Rückpositiv und Pedal aufgebaut.

Bei der Einweihung der Orgel, am Vorabend der Patronatsfeier, am 23. Juni 1980 erteilte Domkapitular Johannes M. Dörr der Orgel die kirchliche Weihe.

Im Zuge der Renovierung 2006 wurde die Orgel von der Fa. Kuhn generalüberholt.

Adresse

Kirchenstraße 42

76726 Germersheim-Sondernheim

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