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Dienstag, 23. Oktober 2018

Pfarrer i.R. Henry Patrao feiert Goldenes Priesterjubiläum

24 Jahre lang war Dr. Dr. Patrao Pfarrer von Lingenfeld, Schwegenheim und Westheim. Seit 2011 ist er im Ruhestand.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich so lange in Deutschland bleiben würde.“ Aus der Vertretung für den erkrankten Pfarrer wurden schließlich 24 Jahre, die Dr. Dr. Henry Patrao als Seelsorger für die Katholiken in Lingenfeld, Westheim und Schwegenheim sorgte. Seit 32 Jahren lebt der Inder in der Pfalz. Am 21. Oktober feierte Patrao sein 50-jähriges Priesterjubiläum. In kleinerem Rahmen als geplant – aus gesundheitlichen Gründen, denn gerade hat Henry Patrao einen längeren Krankenhausaufenthalt hinter sich gebracht.

Dennoch platzte die Hauskapelle im Keller des Caritas-Altenzentrums St. Elisabeth aus allen Nähten: Rund 100 Mitfeiernde kamen zu Patraos Ehrentag, neben Bewohnern des Heimes viele Weggefährten, Freunde des Pfarrers und Mitglieder der früheren Gemeinden. Eröffnet wurde die Feier mit einer kurzen Ansprache von Pfarrer i.R. Werner Oestreicher, der Patraos Vorgänger in Lingenfeld war und nun ebenfalls im Altenzentrum lebt: „Eine Gabe ist deine besondere Art, fröhlich und offen auf Menschen zuzugehen“, sagte Oestreicher über seinen Nachfolger. Die beiden Priester teilen sich in St. Elisabeth die Aufgabe des Hausseelsorgers. Das Füreinander zähle im Alter und im Altersheim besonders, sagte Pater Hermannjosef Mohr aus Hördt, der die Festpredigt hielt. „Es ist paradox: Gerade wenn wir unsere Stärken hinter uns lassen, wenn wir schwach sind und hinfällig, dann spüren wir die Liebe und Stärke Gottes. Wenn uns Verzweiflung beherrscht, können wir füreinander da sein und kann Gott in uns stark sein.“

Dass Henry Patrao einmal ein „Vollblut-Seelsorger“ werden sollte, war dem heute 78-Jährigen nicht vorgezeichnet: Zum Priesterberuf kam er nach einer kaufmännischen Ausbildung. Nach den theologischen Studien wurde er am 19. Oktober 1968 in seinem Heimatbistum Mangalore zum Priester geweiht. Tätigkeiten als Professor, Leiter des Priesterseminars und Gymnasialdirektor folgten. Patrao wurde zum Studium nach Rom und ins belgische Löwen geschickt, hier promovierte er in Philosphie und in Theologie. Dass er bis heute vielfältige Kontakte in die Weltkirche pflegt, hängt mit dieser Auslandszeit zusammen wie auch damit, dass er „acht bis zehn Bischöfe“ zu seinen ehemaligen Schülern zählt.

Einer dieser Kontakte war es auch, die ihn während einer „Sabbatzeit“ in Europa in die Pfalz führten. Zunächst für einige Monate als Seelsorger ins westpfälzische Kirchenarnbach, dann nach Lingenfeld, Schwegenheim und Westheim. Welchen Stellenwert die Zeit in den drei Dörfern für Patrao hat, zeigt ein Blick in sein kleines Appartment im Pflegeheim. Im bescheidenen Buchregal konnte der frühere Theologieprofessor nur die wichtigste theologische Literatur behalten. Oben auf stehen ein Engel, ein Kruzifix und – ein Modell der Lingenfelder Martinuskirche.

An seine erste Amtshandlung dort erinnert sich Patrao heute noch gut: „Das war die Silberhochzeit des damaligen Bürgermeisters.“ Vieles musste der Inder von da an lernen, nicht nur die Sprache. Auch, dass Kirche und Seelsorge in Deutschland so ganz anders „funktionieren“ als in seiner Heimat. „Aber Gott hat mich da hin gestellt, also wird er mir helfen.“ Das habe Gott getan – „in vielen Mitarbeitern und Gemeindemitgliedern, die mich unterstützten“. Aber Henry Patrao hat auch darauf vertraut, dass die indische Mentalität ihm hilft. „In Indien ist es normal, mit kleinen Gesten Freude zu bereiten. Das hat mir auch hier geholfen.“ Dankbar ist der Priesterjubilar allen, die ihm zu Unterstützern, Freunden und Wegbegleitern wurden. Patrao zählt seine Familie in Indien ebenso dazu wie seine Betreuerin Olga Befurt. Und auch die Beziehungen, die er zu früheren "Pfarrkindern" pflegt, sind iohm wichtig. Diese dankten es ihm zum Priesterjubiläum mit einer Glückwunschkarte - unterschrieben von allen, die in diesen Tagen die Gottesdienste in Lingenfeld und Schwegenheim besuchten. Am Ende des Jubiläumsgottesdienstes im Altenzentrum überreichte Michael Troubal, Vorsitzender des Gemeindeausschusses, die Karte.

Gerade seit Patraos Ruhestand im Jahr 2011 und immer stärkeren gesundheitlichen Beeinträchtigungen zählten die Kontakte und Begegnungen besonders viel. Mit seinem Schicksal habe er nie gehadert. „Ich habe so viel Gutes von Gott und den Menschen erfahren. Daher frage ich jetzt nicht ,warum ich?‘“ Er habe so viele Menschen in Krankheit, Abschied und Sterben begleitet, daher laute die Frage eher: „Ja, warum ich nicht auch?“

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