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Mittwoch, 24. Mai 2017

Schwegenheim: Geburtstag von Kirche und Singkreis

„Meine Kirche hat Geburtstag und ich feiere gerne mit. Meine Kirche? Kirche, das sind wir doch alle: Sie und ich und Du.“ Mehrfach tauchte dieser Satz im Jubiläumsgottesdienst am 21. Mai in Schwegenheim auf.

Und der Einladung zum Kirchengeburtstag waren viele gefolgt, in der St. Bartholomäus-Kirche blieben nicht viele Plätze frei. Doch nicht nur die Kirchweihe vor 60 Jahren wurde gefeiert, sondern auch das zehnjährige Bestehen des Singkreises „Cantamus“. Ursprünglich als Schola für eine Osternachtfeier gegründet, gestalten die bis zu 23 Sängerinnen und Sänger bis heute zahlreiche Gottesdienste in Schwegenheim, Lingenfeld oder auch in Germersheim mit.

 

In der vom ganzen Seelsorgeteam, dem Liturgiekreis und einem Vorbereitungsteam gestalteten Feier wurde daran erinnert, wie es bis 1957 war, als die wenigen Katholiken im Dorf immer per Rad oder zu Fuß nach Lingenfeld zum Gottesdienst gehen mussten. „Es ist unser aller Haus hier, es ist auch Gottes Haus, und das nicht nur sonntags“, so hieß es. Von der Sehnsucht der Schwegenheimer nach einer eigenen Kirche berichtete auch der frühere Pfarrer Dr. Dr. Henry Patrao in einem Schlusswort. „Und Gott wollte dann für Euch ein Haus bauen und er fand bei Euch viele lebendige Steine für diesen Bau.“

 

In der Predigt zum Evangelium über das „Salz der Erde“ und das „Licht der Welt“ machte Pfarrer Jörg Rubeck den Schwegenheimer Katholiken das Kompliment, dass sie sich trotz ihrer kleinen Zahl (1000 von rund 10000 in der gesamten Pfarrei) stark engagierten. „Man könnten meinen, dass ihr nicht ins Gewicht fallt, aber das Gegenteil ist der Fall.“ Entscheidungen in der Pfarrei könnten nicht über die kleine Gemeinde hinweg getroffen werden. „Sie sagen ,stopp!‘ und sorgen für sich. Und das ist gut so!“ Schließlich gelte Jesu Wort vom „Salz der Erde“ und dem „Licht der Welt“ nicht nur den Aposteln damals, sondern heute allen, denen der Glaube am Herzen liegt und die sich für (ihre) Kirche engagieren.

 

Eine besondere Rolle spielt in Schwegenheim die Ökumene. Die enge Zusammenarbeit der beiden Konfessionen und die gegenseitige Nutzung der Gotteshäuser wurden gelobt. Mit dabei waren beim Jubiläumsfest neben dem protestantischen Pfarrer Andreas Gutting noch weitere Vertreter der protestantischen Kirchengemeinde sowie auch der Ortsgemeinde, unter anderem Bürgermeister Peter Goldschmitt.

 

„60 Jahre für eine Kirche und zehn Jahre für einen Chor, das ist ja eigentlich nicht viel“, so Michael Troubal vom Gemeindeausschuss Lingenfeld-Schwegenheim-Westheim. Aber dies zu feiern „in Zeiten, in denen Kirchen aufgegeben werden“ und „in denen sich Kirchenchöre wegen Überalterung auflösen“, sei absolut das Richtige. „Ihr seid spitze!“ dankte er „Cantamus“ für die schwungvolle Gestaltung des Festgottesdienstes, für die der Singkreis unter Leitung von Pastoralreferent Thomas Bauer viel Applaus erhielt.

 

Nach der Messfeier blieben die meisten Kirchgänger noch zusammen und genossen auf der Kirchenwiese rund um den riesigen Esskastanienbaum die Abendsonne, den gemeinsamen Imbiss und die Geselligkeit.

 

 

Hier gehts zu einer Bildergalerie über den Festtag.

 

 

Ein Blick zurück

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass bereits 1825 gegenüber dem protestantischen Pfarrhaus ein Bauplatz für eine kleine katholische Kirche erworben wurde. Ein Kirchenneubau kam dort jedoch nicht zustande. Mehr als 100 Jahre später, nämlich am 4. April 1930, wurde man wieder aktiv und hat in der Schwegenheimer Turnhalle den Kirchenbauverein „Sankt Bartholomäus“, dessen Name unsere Kirche trägt, mit dem Ziel gegründet, in Schwegenheim eine katholische Kirche zu bauen. Wiederum wurde ein Bauplatz, diesmal in der Rappengasse, gekauft, aber dann im Jahr 1933 in der Hauptstraße doch nur eine Notkirche eingerichtet. Bereits im Jahr 1936 musste unter dem Druck der Machthaber des Dritten Reiches der Gottesdienst aber wieder eingestellt und die Notkirche geschlossen werden. Durch den unheilvollen zweiten Weltkrieg von 1939 bis 1945 wurden die Baupläne in Schwegenheim zwar für längere Zeit verschoben, aber nicht nochmals zunichte gemacht. Bereits Anfang der 50er Jahre wurde man wieder sehr aktiv. Der Kirchenbauverein hatte in einem damals neu erschlossenen Neubaugebiet zum Bau einer Kirche insgesamt sechs Bauplätze erworben. Am 22. April 1956 wurde der erste Spatenstich vollzogen. Das Richtfest wurde am 24. September 1956 gefeiert. Bedingt durch den sehr kalten Winter 1956/57 mussten die Bauarbeiten jedoch vorübergehend eingestellt werden, so dass die ursprünglich für Weihnachten 1956 vorgesehene Einweihung erst am 26. Mai 1957 durch Bischof Isidor Markus Emanuel vorgenommen werden konnte.

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